Wo sind sie geblieben – die Abenteuertypen?
24. September 2018

Was nicht sein kann

Albert Rösti In der Sonntagszeitung vom 13. Januar 2019: " Es kann nicht sein, dass Ausländer einfach in die Schweiz kommen, um ihre Gesundheit sanieren zu lassen".Hoppla, das tönt doch schon wieder ziemlich rustikal aus der SVP-Parteileitung. Bei uns in der Apotheke sind Eritreer und Afghanen, denen man jetzt eine Tukerkulose behandelt - sie haben sie mitgebracht, sie ist nicht hier erworben. HIV-Patienten haben wir ebenfalls, und: HIV ebenfalls ein Importgut. Impfungen bei Migranten und sans-Papiers? Fehlanzeige - sie wissen manchmal nicht einmal ihr Geburtsdatum, aber dass sie nie geimpft wurden wissen sie haargenau. Masern? Grippe? Tetanus? Diphterie etc. etc. Da kommt mir der Trump'sche Wahlslogan in den Sinn: "Fettsäcke first!" (er sagte es etwas anders, aber meinte genau das). Kann es sein, dass wir ein bisschen degeneriert sind mit unserer egozentrischen Haltung? Wäre es nicht klüger, wenn wir langsam anfingen umzudenken und nicht jeden Franken, der den schwächsten Menschen zugute kommt automatisch als verlorenen Franken qualifizierten? Das wird nirgendwo so deutlich wie hic et nunc bei den Migranten, die den einzigen Makel haben, dass sie nicht an einem derart privilegierten Ort geboren wurden wie hier im Schneeflöckli- und Guggerziitliland: Dummerweise sind diese importierten Krankheiten halt auch ein bisschen ansteckend. Es bleibt zu hoffen, dass die SVP bei Ihrer Grundversorgungs-Light-kataloggestaltung wenigstens ein bisschen Weitsicht walten lässt. Noch viel schläuer wäre allerdings, den Grundversorgungskoloss zurechtzustutzen und zwar für alle - auch für alle Schweizer Bürger! Aber das ist politisch halt heikel und deutlich weniger opportun. Wann kommt eigentlich der Politiker der "The weakest first!" proklamiert?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.